IMG_0093

Henry

Sir Henry, Border Collie, 6 Jahre, männlich kastriert

So beschreibt die Besitzerin Henry: „Wie soll man anfangen und was soll man sagen, wenn man sich eingestehen muss, dass man seinem Partner Hund kein angemessenes Zuhause mehr bieten kann. Der erste Schritt, der vielleicht härteste, ist genau das. Nach immer wieder hadern und zögern und den „so schlimm ist es nun auch wieder nicht“-Gedanken, sind wir nun aber zu der wohl einzig richtigen Entscheidung gelangt, für Henry ein neues Zuhause suchen zu müssen.Wir haben Henry seit seiner 9. Lebenswoche in unserem Leben. Es war nie ganz einfach, aber wir haben unser Bestes getan und die meiste Zeit viel Freude an unserem „Hündchen“ gehabt. Nicht ganz einfach war, dass Henry von Anfang an (wohl rassetypisch) sehr sensibel war, sowie eine niedrige Stresstoleranz zeigte. Impulskontrolle war lange, und ist nun wieder ein Problemchen. Außerdem ist er sehr geräuschempfindlich. Menschen gegenüber ist er interessiert, lässt sich aber ungerne berühren. Mit einigem Training hatten wir allerdings all die Jahre einen gut an unser Leben angepassten Hund, der weitgehend glücklich schien. Henry kam mit mir zur Arbeit, wo er mehrere Stunden ruhig und entspannt war. Vor knapp acht Monaten kam unsere Tochter zur Welt. Die ersten Wochen und Monate klappte alles gut. Henry ließ sich vom Weinen der Kleinen nicht stören und zeigte sich weitgehend unbeeindruckt. Wir behielten den gewohnten Tagesablauf bei und alles ging seinen Gang. Die Probleme begannen, als wir immer mehr mit dem Baby interagierten, mit ihr redeten, lachten, sangen. Zunächst war Henry nur sehr aufmerksam und schien etwas eifersüchtig. Leider kippte die Situation vor ca 3 Monaten immer mehr. Gelegentliches Winseln und Aufspringen hat sich inzwischen zu gestresstem Hecheln und Winseln, mit non stop durch die Wohnung laufen ausgewachsen. Unterbricht man ihn, geht er folgsam auf seinen Platz, um dort weiter zu winseln. Beim nächsten Lachen (o.ä.) springt er wieder auf und läuft los. Inzwischen sind es aber nicht nur diese Geräusche – er springt nun auch bei alltäglichen anderen auf (Fotoapparat-Knipsen, Glas aufschrauben, niesen, Klicken des Stabfeuerzeugs…) Durch den generellen Stresspegel, haben sich nun auch Verhaltensweisen, die die ganzen Jahre gut im Griff waren, wieder hochgespult. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale und ich bin nun, als Mama, die den ganzen Tag alleine mit Baby und Hund ist, nicht mehr in der Lage diesen hochinteligenten Hund wirksam zu korrigieren. Wir wünschen uns für ihn von Herzen ein Zuhause, in dem er sein darf wie er ist, bei Menschen, die viel Zeit für ausgiebige Spaziergänge haben. Kinder sollten nicht im neuen Zuhause leben, da Henry leider allem von seiner Norm abweichendem misstrauisch gegenüber steht. Er hat noch nie gebissen, knurren gehört aber zu seiner täglichen Kommunikation, wenn er sich bedrängt fühlt. Von mir, seiner primären Bezugsperson, lässt er sich auch mal gerne kraulen, generell ist er aber kein Kuschelhund. Er ist gut erzogen, kann einige Kunststückchen, apportiert begeistert, kennt und akzeptiert das „Schluss“- Kommando um Spiel abzubrechen. An der Leine zeigt er bei einigen Hunden (Muster bisher leider nicht erkennbar) Leinenaggression, ist dabei aber sehr gut händelbar (auch das hat sich durch den Stresspegel leider wieder verschlechtert). Im Freilauf gab es bisher nie Probleme. Er zeigt sehr gutes Sozialverhalten, deeskaliert auch und ist fremden Hunden in der eigene Wohnung gegenüber extrem kulant. Im Urlaubsplatz war er als 2. Hund völlig problemlos, weshalb wir annehmen, dass er sich in einem Rudel auch sehr wohl fühlen würde. Aktuell leider ein Problem, ist das Fixieren und Jagen von Autos und Fahrrädern. Als Junghund hatten wir dieses Problem bereits, hatten es aber all die Jahre wunderbar im Griff. Seit ca 8 Wochen ist es nun aber wieder Thema.Schreitet man früh genug ein, ist er allerdings gut abrufbar. Hüteambition ist kaum vorhanden, bzw sehr schwach ausgeprägt. Henry bleibt problemlos alleine (auch mal einige Stunden am Stück). Er macht absolut nichts kaputt, ist kein Kläffer und fährt gerne Auto (wartet auch im Auto brav und entspannt). In ruhiger Umgebung ist auch er völlig ruhig. Er hat bereits mit Katzen zusammen gelebt und liebt sie. Wir haben ziemliche Angst, dass Henry zum „Wanderpokal“ werden könnte, wenn er bei Leuten landet, die sich mit einer konsequenten Erziehung überfordert fühlen und die Eigenarten des Borders nicht anerkennen. Henry wird daher nur mit Schutzvertrag abgegeben. Selbstverständlich ist er gechippt, geimpft und regelmäßig entwurmt, war nie krank (ein Fangzahn im Oberkiefer musste als Junghund entfernt werden).“

Henry ist der Initiative Border Collie in Not nicht persönlich bekannt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Henry lebt in 74746 Höpfingen.

Kontakt über die Besitzerin:

Ine Gleich

ine-biene@web.de

 

Kommentare sind deaktiviert.