Lucky ist vermittelt!

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Lucky, Border Collie, 1 1/2 Jahre, Rüde, kastriert.

[Update am 10.Mai.2014: Lucky ist vermittelt.]

Das sagt unsere BCiN Pflegestelle über Lucky: „Bei mir wohnt gerade der im April 2012 geborene Border Collie Rüde “Lucky”, ich habe ihn als Pflegestelle für „Border Collie in Not“ bei mir aufgenommen. Lucky kam mit einigen Problemen zu mir und auch ich musste mir erst sein Vertrauen und seine Gunst erarbeiten. Da er am Anfang einges an Fehlverhalten gegenüber meiner Hündin und Katze zeigte, musste ich zunächst in einigen Situationen eingreifen, aber seitdem er mir vertraut und wir gemeinsam arbeiten macht er sich ganz toll. In der vorherigen Pflegestelle hat er Grundgehorsam gelernt und seit Mitte Oktober ist Lucky nun kastriert und seitdem werden einige seiner Probleme wirklich besser.

Lucky ist seinem Alter entsprechend rüpelhaft aber generell eher büffelig als sensibel und er hat ein ganz klares Ressourcen-Problem: Alles von dem er glaub, dass es ihm gehört, wird verteidigt. Bei klarem Management und absolut konsequenter Führung führt dies aber, sobald man klar geklärt hat, wer das letzte Wort spricht und sich an die Regeln aus dem Training hält, zu keinen Problemen mehr. In der Regel verteidigt er “seine” Sachen durch Knurren und Fletschen, sobald man ihm einmal klar macht, dass es so nicht geht, geht er zurück statt nach vorne. Aber aus diesem Grund wurde er auch von seinem Besitzer abgegeben. Denn auch schon in der Familie hat er große Besitzansprüche gestellt und er wusste man diese verteidigen kann. Hier bei mir hat er dieses Verhalten nur anfangs gezeigt und nach Aufstellen klarer Regeln, konsequenter Arbeit an den Problemem und mit genügend auslastung ist er unauffällig. Also er würde sein Essen und Spielzeug gerne noch gegen meine Hündin verteidigen, weiß aber, dass sie sich ihm nicht unterwirft und im Zweifel ich da das letzte Wort spreche und versucht es nun gar nicht mehr.

Lucky hört aber inzwischen immer besser und reagiert meist sehr gut und weiß, was man von ihm will. Er lässt sich größtenteils abrufen (Schleppleinentraining im freien Gelände) und zeigt oftmals nun doch, dass er ein Border Collie ist uns sehr schnell lernen kann. Er liebt das Wasser, egal ob Pfütze, Fluss, See oder Meer. Er ist sehr gerne draußen und viel unterwegs und liebt es am Fahrrad zu laufen.

Gegenüber anderen Rüden (besonders gleichalten und unkastrierten) ist er teilweise sehr prollig und distanzlos. Leider hat er irgendwann mal gelernt, dass man an der Leine eine unglaublich große Klappe haben kann und pöbelt. Wenn man ihn aber früh genug anspricht, dann weiß er sich sehrwohl zu benehmen Er sucht sich beim Prollen ganz genau aus, wen er anpöbelt. Kleinen Hunden (auch Rüden) und den meisten Hündinnen gegenüber ist er freundlich, aber beim Spielen sehr ruppig, er lässt sich dabei aber ansprechen. Hundesprache, sowie auch reine Körpersprache von anderen Hunden versteht er sehr gut, oft reichen da Blicke des anderen Hundes. Im zweiten Anlauf – bei einem kontrollierten Aufeinandertreffen – klappt es fast! mit allen Hunden.

Er spielt für sein Leben gerne mit Spielzeugen, damit kann er sich super gut selbst beschäftigen und auch mit anderen Hunden.

Obwohl diese Problematiken von Lucky bekannt sind und ich immer wieder darauf hinweise gab es bei 2 Probevermittlungen größere Probleme besonders durch seine Ressourcen-Verteidigung.Hier ist wirklich absolutes Management und konsequente Regeln gefragt. Wenn man sich daran hält, ist Lucky ein wirklich toller, netter und umgänglicher Hund!

Er wohnt bei mir zusammen mit meiner Huskydame und einer Katze, mit der er super klarkommt, was ihn aber nicht davon abhält fremde Katzen (besonders draußen) auch mal zu jagen. Generell ist er auch hier besitzergreifend (besonders bei Futter) – lässt sich aber von mir und von Hündinnen sehr gut in die Schranken weisen – und weiß bei mir genau, dass ich bestimme, wer, was und wann bekommt – und ordnet sich unter. Aber diese konsequente Führung muss gegeben sein.

Er hat tierische Angst vor Pferden, wenn sich sein/e Besitzer/in den Pferden näher führt das dazu, dass er pausenlos schreit und wenn er unkontrolliert in die Nähe der Pferde gelangt, weiß er keinen anderen Ausweg als nach den Pferden zu beißen. Kontrolliert kann man mit ihm an Pferde herangehen und das zeigt ganz deutlich, dass dies etwas ist, woran man arbeiten kann, aber ein einfacher Reitbegleithund ist er ganz sicher nicht.

Lucky war mit mir und meiner Huskyhündin auf einer Radtour von der Nord- zur Ostsee und hat sich dort auf den Campingplätzen und bei bei allen Leuten, die wir besucht haben wirklich super benommen.

Er ist sehr sportlich und liebt Action, kommt inzwischen auch gut zur Ruhe, wenn man ihm klar einen Platz zuweist. Er kann super in der Box alleine bleiben.Er kennt es auch mal ein paar Tage bei anderen Menschen zu verbringen und bleibt inzwischen stundenweise alleine ohne Box zu Hause. Wenn ihm dies allerdings zu lange und langweilig wird, dann sucht er sich Sachen zum zerkauen (wobei das immer besser wird).

Lucky ist unglaublich verschmust und liebt Menschen. Er würde gerne bei jedem auf den Schoß kommen und stundenlang gestreichelt werden. Wir treffen hier viele Menschen und am liebsten würde er jeder Person, die er trifft “hallo sagen”, dabei grinst er seitlich (das könnte ggf. als “Fletschen” MISSVERSTANDEN werden! – aber er ist dann einfach nur lieb – nur vergisst er manchmal seine Größe – wenn er z.B. auf den Schoß kommen will ) und würde sich dann gerne von jedem schmusen lassen.

Er wurde inzwischen nochmal an Schafen getestet. Dabei zeigte sich, dass er nicht hütet, sondern unsinnige Hetzspiele spielt und ohne Maulkorb hätte er sicher auch versucht in ein Schaf zu beißen. In einer potentiellen ES (wo es nicht klappte) wurde er ein paar Mal mit deren Hunden im “Frisbee” (Active Diskdogging) getestet und zeigte auch dabei Talent – er ist auf jeden Fall ein Hund der viel zu tun / eine Aufgabe (welche auch immer, hier ist es Fahrradfahren mit der Huskydame) braucht und zwar für den Kopf und die Beine. Seit ein paar Wochen mache ich mit ihm regelmäßig “Nasenarbeit” – denn hier sucht eine echte Spürnase ein neues zu Hause. Er sucht Leckerlies, Spielzeuge, Stöckchen und Dummies, steigt dafür auf Mauern, guckt unter Eimer, klettert auf Leitern und taucht zur Not auch unter Wasser, wenn er mit seiner Nase, den versteckten “Gegenstand” erspürt hat. Er war auch einmal Fährten und hat dabei wahres Naturtalent gezeigt! Es wäre schön, wenn man ihn zur Auslastung in dieser oder anderer Weise weiter fördern könnte.

Ich würde mich freuen, wenn Lucky ganz bald ein tolles endgültige zu Hause finden würde, wo er erwachsen werden kann und noch viel für sein Leben lernen darf. Aber hier sind wirklich erfahrene Hundekenner*innen oder Profis gefragt!

Die Erfahrung die ich mit ihm gemacht habe, zeigt, dass er vielleicht besser als Einzel- oder Zweithund zu einer souveränen Hündin vermittelt werden sollte, wo ihm seine Rolle klar und deutlich gezeigt wird und er keinen Grund sieht sich ständig neu zu messen (so funktioniert es mit meiner Hündin super!!!) und wo auch anfängliche Probleme durch intensives Training und konsequentes Arbeiten mit ihm angegangen werden.“

 

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