Über „Border Collie in Not“

„Border Collie in Not“ (BCiN)  ist die Tierschutzinitiative der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V. (ABCD).

Was macht die ABCD?

Die ABCD kümmert sich vorwiegend um die Erhaltung und Förderung der Hüteeigenschaften des Border Collies. Sie macht es sich zur Aufgabe, diesen speziell für die Hütearbeit gezüchteten Hund als Arbeitshund zu erhalten und dessen Einsatz zu fördern.

Um die Ausbildungsleistung zu prüfen, finden mehrmals im Jahr Hütewettbewerbe (Trials) statt. Diese Veranstaltungen sind nebenbei auch ein beliebter Treffpunkt für Border-Collie-Freunde – und ein sehenswertes Ereignis für jeden Hundefreund.

Was macht „Border Collie in Not“?

Der Ursprung des Border Collies begründet seine Stärken, erklärt aber auch die Schwierigkeiten und Schwächen, die bei nicht border-collie-gerechter Haltung auftreten können. Diese Hunde sind das Resultat sehr intensiver Zuchtauslese auf spezielle Eigenschaften. Seit gut einem Jahrhundert gezüchtet von Schäfern für Schäfer, dienten sie ausschließlich dem Einsatz an Nutzviehherden. Durch ihren ausgeprägten Beutetrieb, ihre enorme Aktivität und ihre extreme Sensibilität/Führigkeit sind diese Hunde in der Lage, in schwierigem Gelände weit verstreute Schafe oder Rinder zu finden und – nach gelungener Ausbildung – zu ihrem Schäfer zu bringen.

Diese außerordentlichen Eigenschaften ziehen, wenn ein Border Collie nicht seinem Arbeitstrieb entsprechend gehalten wird, sehr oft große Probleme nach sich! Die vielen Hunde, die mit Verhaltensstörungen in Tierheimen und Auffangstationen sitzen, sind eine unmissverständliche Antwort auf die Entwicklung des Border Collies zum reinen Familienhund. Viele Border Collies brauchen die Arbeit fast dringender als ihr Futter!

Familienhunde: Seit einiger Zeit steigt der Border Collie in der Rangliste der beliebten Familienhunde stetig nach oben. Die Zahl der Hunde, die in einer Familie ohne Arbeit am Vieh leben, nimmt ständig zu und somit auch die Anzahl der Hunde, die aus den verschiedensten Gründen ein neues Zuhause suchen. Einige dieser Hunde können wir erfolgreich ausbilden und in landwirtschaftliche Betriebe mit entsprechendem Aufgabenfeld vermitteln. Nicht hütende Border Collies und Hunde mit wenig ausgeprägtem Hütetrieb können als Familien- und Freizeithunde weiter vermittelt werden.

Beachtenswert ist die immer größer werdende Anzahl von Hunden, die weder für die Familie noch für die Arbeit geeignet sind, da schwerwiegende Verhaltensprobleme dies unmöglich machen! Für diese Hunde haben wir leider nur ein paar ganz wenige Pflegestellen zur Verfügung, die alles daran setzen, diese Hunde doch gesellschaftsfähig zu machen. Nicht immer sind diese Bemühungen erfolgreich.

Arbeitshunde: Für in Not geratene Border Collies mit entsprechender genetischer Veranlagung können wir in der Regel relativ schnell einen geeigneten Dauer- oder Ausbildungsplatz organisieren. Das Netz von Schäfern oder anderen fachkundigen Ausbildern, die bereit sind, einen solchen Hund gewissenhaft auszubilden, wird erfreulicherweise immer dichter, die Zusammenarbeit in diesem Bereich ist sehr gut.

Bisherige Familienhunde, die den Anschein erwecken, dass sie sich für die Arbeit am Vieh eignen und diese für ihr Wohlbefinden größtenteils auch dringend brauchen, werden von uns getestet und dann weiter ausgebildet. Einer Weitervermittlung in eine passende Stelle steht dann meistens nichts mehr im Weg.

Für viele wegen ihres nicht befriedigten Arbeitstriebs verhaltensauffällig gewordene Familien-Border-Collies ist dies eine reelle Chance doch noch ein gutes Zuhause zu finden.

Die Ziele und Aktivitäten unserer Initiative auf einen Blick:

  • Hilfestellung und Beratung bei Problemen bei der Haltung von Border Collies
  • Hilfestellung und Beratung bei der Aufzucht und Ausbildung von Border Collies
  • Information von zukünftigen Border-Collie-Besitzern
  • Vermittlung von Border Collies (und Border-Collie-Mixen sowie anderen Koppelgebrauchshunden), die aus verschiedensten Gründen in Not geraten sind

Die von uns vermittelten Hunde werden gegen eine Schutzgebühr und mit Schutzvertrag abgegeben. Eventuell kommt eine Kostenerstattung für eine Ausbildung in der Pflegestelle hinzu. Wer einem Hund aus unserer Notvermittlung ein Zuhause geben möchte, sollte einige Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, können Sie hier nachlesen.

Wie können Sie helfen?

Die Tätigkeit der Mitarbeiter von „Border Collie in Not“ ist ehrenamtlich. Vor allem bei der Aufnahme von Notfällen in den Pflegestellen entstehen laufend Tierarzt- und Futterkosten, die nur durch Spenden gedeckt werden können.

Einige Hunde, die zu uns in die Vermittlung kommen, sind durch schlechte Aufzucht oder Haltung, durch fehlende oder falsche Erziehung/Behandlung so geschädigt, dass es fast unmöglich ist, sie in ein neues Zuhause zu vermitteln. Darunter gibt es Hunde, die trotz Training nicht einschätzbar werden und daher eine Gefahr darstellen oder die unter starken, nicht lösbaren Ängsten leiden. Seit der Aufnahme unserer Arbeit mussten wir fünf Hunde aus diesen Gründen einschläfern. Andere Hunde können aber zum Glück binnen einer mehr oder weniger langen Zeit in einer Pflegefamilie wieder so weit resozialisiert werden, dass sie eine Chance auf weitere Vermittlung haben.

Patenschaften: Und dann gibt es aber auch Border Collies, die nur bei sehr fachgerechter, konsequenter Behandlung in einer Nische ein für sie und ihre Umwelt angenehmes Leben führen können, die wir aber wegen ihres ansonsten freundlichen und guten Charakter nicht einschläfern können. Für diese Hunde, die ausdrücklich nicht zur Vermittlung stehen, sondern dauerhaft in einer Pflegefamilie bleiben, freuen wir uns über jede Art von Unterstützung (Patenschaft, Futter, Geld, freundliche Worte)!

Pflegestellen: Weiterhin suchen wir natürlich immer hundeerfahrene Menschen, die bereit sind, einem in Not geratenen Hund einen Pflegeplatz zur Verfügung zu stellen oder natürlich einen Dauerplatz.